Die Zukunft der kirchlichen Gebäude stand im Zentrum der 3. Tagung der Stadtsynode am 22. Juli. Vorgestellt wurde den rund 60 Delegierten ein Vorschlag des Stadtkirchenrats mit 12 Gebäuden, die auf jeden Fall bleiben sollen. Die Synode hat diesen Vorschlag gewürdigt und Rückmeldungen gegeben.
Der eine oder andere wir erleichtert gewesen sein, als er auf der Stadtsynode am 22. Juli seine Kirche oder sein Gemeindehaus mit „grün“ auf der Karte des Stadtkirchenbezirks verzeichnet sah. Für die anderen bleibt die Frage weiter offen: Können wir unser Gebäude halten? Und wenn ja, wie und mit welchen Mitteln? Klar ist jedenfalls, dass die Evangelische Kirche in Baden mit ihren Kirchenbezirken und Gemeinden bis 2030 rund 30 Prozent ihrer Kosten einsparen muss. Kontinuierlich zurückgehende Gemeindegliederzahlen legen dies nahe. Diese Einsparungen machen auch vor den Liegenschaften des Stadtkirchenbezirks mit seinen 30 Kirchen und 24 Gemeindehäusern nicht halt.
12 Gebäude auf "grün" gesetzt / weitere vier Gebäude folgen
Um sich dieser Frage zu nähern, hat der Stadtkirchenrat zunächst 12 „grüne“ Gebäude identifiziert, die in den nächsten Jahrzehnten auf jeden Fall erhalten bleiben sollen und sie auf der Synode präsentiert. Weiter vier „grüne“ Gebäude kommen noch hinzu. Fabian Kerl, Vorsitzender des synodalen Bauausschusses, hat erläutert, wie der Stadtkirchenrat mithilfe der „Ampel-Matrix“ zu diesen Bewertungen gekommen ist. In der Matrix werden finanzielle Aspekte ebenso wie Folgekosten benannt und mit einem Punktesystem bewertet. Ökologische Gesichtspunkte spielen eine Rolle, sowie die Bedeutung des Gebäudes für den Stadtteil und eine künftige Ausrichtung. "Wir haben uns die Arbeit nicht leicht gemacht", betonte die Vorsitzende der Stadtsynode, Jutta Scheele-Schäfer.
Die Synode wurde nun um Rückmeldungen gebeten, die in die weiteren Beratungen des Stadtkirchenrats einfließen werden, was von den Synodalen als positiv hervorgehoben wurde.
Der Hintergrund in der Gebäudefrage ist wie folgt: Die Landeskirche hat für künftige Einsparungen aller evangelischer Kirchengemeinden und Bezirke in Baden eine so genannte „Ampel“ herausgegeben, mit der 30 Prozent der Gebäude für die Zukunft gesichert werden sollen („grün“), 40 Prozent mittel- und langfristig ertüchtigt werden („gelb“) und weitere 30 Prozent an Liegenschaften ermittelt werden, die aus der landeskirchlichen Finanzierung herausfallen („rot“).
"Der Anfang eines intensiven Prozesses"
Der Beratungsvorschlag für die ersten 12 „grünen“ Gebäude ist „erst der Anfang eines intensiven Prozesses“, sagte Dekan Dr. Thomas Schalla vor den Synodalen. Im Transformationsprozess „Kirche 2030“ werde noch die Frage nach neuen regionalen Kooperationen sowie zu den kirchlichen Schwerpunkten hinzukommen: „Das alles sind anspruchsvolle Themen, die uns viel abverlangen werden. Aber wir machen das nicht für uns“, mahnte der Dekan, „sondern für unsere Enkel und Großenkel“.
Und so geht es weiter: Bis Ende 2023 soll abschließend geklärt werden, welche Gebäude weiter finanziert werden können und welche nicht. Bei den Gebäuden, die auf „gelb“ oder „rot“ gesetzt werden, wird sich die Frage stellen, ob und in welchem Umfang alternative Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden können. Die AG Kooperation wird ihre Arbeit aufnehmen und erste Vorschläge vorlegen. Außerdem wird ein Kirchenbildprozess angestrebt, in dem mit Menschen aus verschiedenen Gruppen gemeinsam über die Zukunft der Kirche nachgedacht werden soll.
Es wird sich also noch viel tun auf der am Freitag präsentierten Karte des Stadtkirchenbezirks für eine „Kirche 2030“. Weitere heute ‚weiße Flecken‘ werden sich füllen. Wie das aber genau aussehen wird, das werden die nächsten Synoden zeigen.