Sozial-Kulturelles Zentrum Oberreut so gut wie ausgebucht

- 10.06.2025 - 

Unter dem Dach des Ökumenischen Gemeindezentrums Oberreut (ÖGZ) feiern evangelische und katholische Christinnen und Christen in Oberreut seit 1988 ihre Gottesdienste. Darüber hinaus hat das ÖGZ seit etlichen Jahren seine Türen für Gruppen und Kreise aus der Stadtteilgesellschaft Oberreut immer weiter geöffnet und immer mehr Angebote für die Bürgerinnen und Bürger des Karlsruher Stadtteils in ihren Räumen vereint. Dass diese offenen Angebote im ÖGZ nun in ein von der Stadt Karlsruhe gefördertes Sozial-Kulturelles Zentrum überführt werden konnten, ist der gemeinsamen Initiative zwischen den Trägern des ÖGZ, dem Bürgerverein Oberreut und der Interessengemeinschaft Oberreut zu verdanken.  

Gruppenfoto mit rund 50 Personen bei der Auftaktveranstaltung für das neue Sozial-Kulturelle Zentrum in Oberreut 
34 offene Angebote hatten sich bereits zum Zeitpunkt der Bewilligung des Antrags, im Sommer 2024, unter dem Dach des Ökumenischen Gemeindezentrums, versammelt. „Damit ist das Sozial-Kulturelle-Zentrum schon so gut wie ausgebucht“, erklärt Pfarrerin Dr. Irena Lichtner, die das Projekt federführend zusammen mit ihrem katholischen Kollegen, Pfarrer Dr. Marius Fletschinger, verantwortet. Neben den beiden Trägern des ÖGZs, der Evangelischen Kirche in Karlsruhe und der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Karlsruhe Südwest, beteiligen sich als Akteure im SKO insbesondere der Bürgerverein, das Kulturbüro der Stadt Karlsruhe, das Quartiersmanagement, die beiden Familienzentren des Diakonischen Werkes sowie der Stadt- und Jugendausschuss (StJA).
 
Angebote für Begegnung, Kultur und Teilhabe werden von 150 Ehrenamtlichen vorgehalten
 
Angeboten werden verschiedene Begegnungsformate wie das wöchentliche Begegnungscafé „Café O“, das durch das Quartiersmanagement begleitet wird, ein wöchentlicher Mittagstisch, monatlich, ein Spieleabend und einmal im Monat zwei Seniorentreffen. Für Information und Teilhabe gibt es eine Sprechstunde und eine Vermittlungsberatung des Quartiersmanagements des Diakonisches Werks, die Beratung der Deutsche Rentenversicherung und zweimal monatlich ein Beratungsangebot des Kinder- und Familienzentrums „Villa Regenbogen“ und dem katholischen Familienzentrum. Darüber hinaus gibt es täglich ein Foodsharing im Eingangsbereich des ÖGZs und wöchentlich eine Lebensmittelausgabe, unterstützt vor allem durch Foodsharing, eine Privatspende, und die Beiertheimer Tafel. Doch auch viel Kultur ist im Sozial-Kulturellen Zentrum/Stattteilhaus Oberreut zu erleben. Von Tanzkurs bis Bastelkreis, Malkurse, von Chorarbeit (Musical, Kinderoper usw.) bis zur Theatergruppe ist viel Kreatives versammelt. Hinzukommen einzelne größere Veranstaltungen wie Vernissagen, Hobby- und Künstlermarkt, Spieletag oder die Teilnahme an Karlsruher Literaturtagen.
 
Dr. Irena Lichtner und Dr. Marius Fletschinger
„In Oberreut setzen wir uns als christliche Gemeinden sehr stark fürs Miteinander ein. Ich bin stolz auf unseren sozialen Beitrag speziell in diesem Stadtteil“, erklärt Dr. Marius Fletschinger, Leitender Pfarrer der Römisch-Katholische Kirchengemeinde Karlsruhe Südwest, das Engagement der evangelischen und katholischen Kirche für Oberreut.
 
Mehr als 150 Ehrenamtliche tragen dazu bei, dass das neue Sozial-Kulturelle Zentrum/Stadtteilhaus Oberreut mit seinen Angeboten mit Leben gefüllt wird. Allein 14 Ehrenamtliche wirken im Café O mit, ebenso 14 beim Mittagstisch, die Ökumenische Bücherei mit zehn Personen sowie zehn Personen beim Tanzkaffee – das sind nur die größten Teams. „Ohne die vielen Ehrenamtlichen könnten wir dieses Projekt nicht stemmen“, sagt Pfarrerin Dr. Lichtner, die die Fäden im neuen SKO zusammenhält.
 
Das neue SKO/Stadtteilhaus ist auch ein Ergebnis des Stadtteilentwicklungsprozesses der Stadt Karlsruhe, der von 2019 bis 2023 geführt wurde mit dem Ziel, das soziale Miteinander und die Integration im Stadtteil zu stärken und Initiativen, Vereine und Organisationen in Oberreut zu vernetzen. Die Initiative mündete im vorigen Jahr in einen Antrag an den Gemeinderat Karlsruhe auf finanzielle Förderung, der „manchmal mühselige Sondierungsgespräche, Treffen und Diskussion auf verschiedenen Ebenen“ vorausgingen, berichtet Pfarrerin Dr. Lichtner.
 
Ökumenisches Gemeindezentrum bleibt für beide Kirchen weiterhin bestehen
 
Umso erfreulicher war es für die beiden kirchlichen Träger, dass der Gemeinderat im Sommer 2024 einstimmig seine Unterstützung und eine finanzielle Förderung in Höhe von 28.555,20 Euro pro Jahr als Miet- und Betriebskostenzuschuss zugesagt hat. „Diese Entscheidung erfüllt uns alle mit Freude, weil wir es auch für ein starkes Votum für unsere Aktivitäten und unseren Stadtteil verstehen“, erklärt Irena Lichtner.
 
Trotz der neuen, zusätzlichen Ausrichtung des ÖGZ als Sozial-Kulturelles Zentrums bleibt das ÖGZ ein Ökumenisches Gemeindezentrum mit dem Profil Ökumene, mit seinen zwei Gemeinden, der Evangelischen Versöhnungsgemeinde und der Katholischen Gemeinde St. Morus, unter einem Dach. Hinzukommen Soziales sowie Kunst und Kultur als zwei weitere Profile.  
 
Die statteilbezogenen Veranstaltungen finden an den fünf Wochentagen in den drei Räumen auf 132 Quadratmetern im Erdgeschoss des Ökumenischen Gemeindezentrums statt. Insgesamt verfügt das ÖGZ über mehr als 2.000 Quadratmeter.