Stadtsynode: Haushaltslage zwingt weiter zum Sparen

- 26.01.2026 - 

Die Synode der Evangelischen Kirche in Karlsruhe hat auf ihrer Tagung am 23. Januar 2026 den Doppelhaushalt für 2026/2027 beschlossen. Ein ausgeglichener Haushalt konnte trotz kurzfristiger Einsparungen nur durch Entnahme von 500.000 Euro aus den Rücklagen verabschiedet werden 

Verwaltungsdirektor Karl-Heinz Honeck stellt den Haushalt 2026/2027 vor. 
Die aktuelle Haushaltslage ist für Verwaltungsdirektor Karl-Heinz Honeck ein “Weckruf”, dass jetzt dringend gehandelt werden müsse, sonst verschärfe sich das Defizit in den nächsten Jahren dramatisch. Dekan Dr. Thomas Schalla sprach von einer “richtigen Zeitenwende, die wir jetzt vor uns haben”. Mit deutlich weniger Mitteln gelte es in den kommenden Jahren zu haushalten. “Das wird ein schmerzlicher Abschnitt für uns alle”, stimmte der Dekan die Synodalen angesichts des erstmals seit vielen Jahren wieder defizitären Haushalts auch auf die kommende Priorisierungsdebatte darüber ein, was sich die Evangelische Kirche noch leisten können und was nicht.  
 
Der erste Haushaltsentwurf, den die Evangelische Kirchenverwaltung im vergangenen Jahr erarbeitet hatte, wies zunächst ein Minus von 2,6 Millionen Euro auf. Um gegenzusteuern, hat die Kirchenverwaltung dem synodalen Finanzausschuss und dem Stadtkirchenrat Sparvorschläge unterbreitet, die den gesamten Haushalt in den Blick nehmen. Der Stadtkirchenrat hat in seiner letzten Sitzung am 15. Dezember 2025 über die Sparvorschläge abschließend beraten und sie als Beschlussempfehlung an die Stadtsynode weitergeleitet. 
 
Die Einsparungen, über die die Synode zu beschließen hatte, betrafen vor allem die Dienste und Werke. Handlungsfelder wie die Gospelkirche, die Kantorate, das Co-Workingspace, Krankenhausseelsorge,
Dekan Dr. Thomas Schalla erklärt angesichts der defizitären Haushaltslage, dass es eine Priorisierungsdebatte geben müsse
Gefängnisseelsorge und Gehörlosenseelsorge - um nur einige zu nennen – leisten ihren Beitrag dazu, das Haushaltsdefizit zu verringern. Einstimmig haben die Synodalen die Einsparungsvorschläge angenommen.  
 
Die Tagung stand auch im Zeichen der zu Ende gehenden Sitzungsperiode 2020 bis 2026. Hintergrund: Im November 2025 wurden Baden weit neue Kirchenälteste in den evangelischen Gemeinden gewählt. So auch in Karlsruhe. Damit setzt sich auch die Stadtsynode neu zusammen. Aus diesem Anlass haben die Synodalen einen Gottesdienst in der Christuskirche gefeiert, in der auch der Blick auf das Neue nach den Kirchenwahlen gerichtet wurde. Den Abschluss der Synodentagung leitete ein kurzweiliges Synoden-Quiz ein, in dem gemeinsam auf die Legislatur zurückgeblickt wurde. Stichworte, um diese sechs Jahre zu markieren, waren u.a. Corona, digitale Formate, Kirche 2030, Kita-Strategie und Gebäudeampel.  
 
Zum Abschluss der Tagung wurde Volker Rink, langjähriges Präsidiumsmitglied und seit 24 Jahren als Synodaler in der Stadtsynode aktiv, vom Synodenvorsitzenden Prof. Gernot Goll verabschiedet und für seine engagierte Arbeit gedankt. Anschließend waren alle Synodalen noch eingeladen, bei einem Umtrunk zusammenzubleiben. 
 
Für alle neuen Delegierten der Stadtsynode wird es am 13. März 2026 eine Schnupper-Synode geben, bevor sich dann am 17. April die Synode neu konstituieren wird.